VDR 1.6 unter Linux 3.x bzw. Debian Wheezy compilieren

Zugegeben, das ist jetzt kein alltägliches Thema. Zum einen ist der VDR (Videorekorderprogramm für Linux) etwas für Insider. Zum anderen habe ich wohl eine nicht alltägliche Konfiguration, die das nachfolgend beschriebene und gelöste Problem erst provoziert. Und natürlich: Auch wenn es eigentlich nicht so schlimm ist, schrecken viele Nutzer doch davor zurück, ihr Programm aus den Quelltexten selbst zu übersetzen (compilieren).

Aber erstmal wollen wir eine kleine Einleitung für die Nicht-Insider geben. Diesen Artikel lesen potentiell sicher mehr Leute, die keinen eigenen Linux-VDR einrichten wollen, als diejenigen, die auch mein Problem haben:

VDR ist ein geniales Linux-Programm, das aus einem Linux-PC einen Videorekorder macht. Zahlreiche Plugins sorgen für eine umfangreiche Erweiterbarkeit und für eine ungeahnte Feateritis. Neben Fernsehen, Aufnehmen und Wiedergeben kann man so seinen Videorekorder z.B. übers Netz steuern und programmieren, die Aufnahmen gleich konvertieren (z.B. als zum Brennen auf eine DVD), das Fernsehbild bzw. die Aufnahmen übers Netz streamen und viel viel mehr.

VLC zeigt den Schirm des VDR übers Netzwerk - auch mit On-Screen-Display 

Mein “Videorekorder” ist gleichzeitg mein Heimserver und steht im Keller ohne Nachbarschaft zu einem Fernseher. Diese sind im Haus verteilt. Wie kommt nun das Fernsehbild vom Server zum Fernseher? Früher hatte ich mal einen Analog-Videomodulator in Betrieb (und Infrarot-Fernbedienmodule, die über freie Adern der Telefonleitung in den Keller geschaltet wurden). Inzwischen habe ich preiswerte dbox2 – Settop-Boxen im Einsatz. Diese wurden früher mal für den Premiereempfang verteilt, haben aber den Vorteil, dass das kleine PCs sind, auf denen auch ein angepasstes Linux läuft. Damit habe ich für jeden alten Röhrenfernseher einen digitalen Kabeltuner und einen Netzwerk-Streaming-Clienten, der das Bild meines “Keller-VDR” übers Netzwerk heranholt. Und das es diese d-Boxen derzeit auf eBay sehr günstig gibt, habe ich schon erwähnt?

Und damit sind wir beim Problem. Die aktuelle stabile Version des VDR ist zwar 1.6, aber da diese noch kein HD kann, ist bei allen neueren Sachen die aktuelle Entwicklerversion 1.7.x drauf. Ich benötige für die d-Boxen aber das ffnetdev-Plugin (streamt den Bildschirm und das On-Screen-Menü zur d-Box und nimmt die Fernbediencodes der d-Box für den VDR entgegen), das nicht mehr mit der Version 1.7 zusammen läuft und bin daher solange auf die Version 1.6 angewiesen, wie ich noch einen Röhrenfernseher mit einer d-box herumstehen habe.

Eine alte d-box mit dem alternativen Neutrino (Linuxvariante) ist wohl derzeit der preiswerteste digitale Kabeltuner für alte Fernseher 

Die d-box kann übers Netzwerk den Bildschirm des VDR anzeigen und über die Fernbedienung auch bedienen. 

Es gibt für das neue Debian Wheezy (bzw. “Debian Sid unstable”), das bereits einen Linux-Kernel der 3er Generation enthält, keine fertige 1.6er VDR-Version, die auch das ffnetdev-Plugin enthält. Im Prinzip ist das kein Problem, man muss sich dann eben das VDR-Programm mit allen benötigten Plugins selbst compilieren. Und hier geht das Problem los: VDR 1.6 compiliert nicht mehr auf einen neueren Linux-Kernel. Die Ursache ist wohl die Überarbeitung des Video-Systems ab Kernel 2.6.38. Jedenfalls fehlt nun die Datei video.h in den Kernel-Sources.

Ich habe mir den Quelltext von VDR 1.6 ein wenig angesehen und neben einigen Kleinigkeiten, die ebenfalls ein Compilieren aufgrund des neuen GNU-Compilers verhindern, im Wesentlichen eine Funktion herausgestrichen, die einen Abzug des Videobildes als JPG-Datei speichert. Die einzige negative Auswirkung, die ich feststellen konnte, ist, dass im Webinterface des Live-Plugins das Bildschirmfoto auf der Fernbedienseite nicht mehr funktioniert. Im aktuellen 1.7er VDR habe ich diese Funktion aber auch nicht mehr gefunden und die Sache mit dem Live-Plugin funktioniert hier auch nicht mehr. Mit meinem Patch kann man also nun wieder den alten VDR mit den individuell benötigten Pugins selbst erstellen.

Beim Compilieren einiger Plugins erhält man mit dem neuen GNU-Compiler ebenfalls einen Fehler. Die Fehlermeldung weißt aber schon darauf hin, was zu tun ist: Im makefile im Verzeichnis des jeweiligen Plugins das CXXFLAGS Statement um

 -fPIC 

erweitern.

Wer also selbst compilieren möchte, kann den aktuellen VDR-1.6.0 Quelltext mit meinen Änderungen patchen.

Dazu:

Dann compiliert die Sache wieder und man kann sich der “alten” VDR-Version erfreuen.

Hinweise:

Ich nehme mal an, wer dies hier bis zu Ende gelesen hat, weiß, was er tun will und wie das zu machen ist 😉 Aber zur Erinnerung:

Installation eines Patches:

Die .diff Datei in das Quelltextverzeichnis spielen (~/vdr-1.6.0) und

patch -p1 < patchname.diff 

aufrufen.

Compilieren des VDR:

make
make plugins

Das Installieren der ist leider eine sehr individuelle Sache, abhängig von der Distribution und anderen spezifischen Sachen. So dass ich hier besser nichts dazu sage.

Ich hoffe, dass mein kleiner Patch für dieses geniale Linux-Programm vielen “VDRlern” hilft. 🙂

Update März 2012

Ich habe mich mit dem Autor des VDR-Programms Klaus Schmidinger in Verbindung gesetzt und durch einige Hinweise im wesentlichen die Lösungen aus dem aktuellen Entwicklungszweig auf die Version 1.6 rückportieren können. Das Ergebnis ist jetzt als offizieller Patch vdr-1.6.0-3 verfügbar.

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Sparsamer Heimserver

Bei uns im Keller werkelt seit Jahren ein kleiner Server im Dauerbetrieb herum. Ursprünglich wurde dafür mal ein ausgedienter Desktop-Rechner hergerichtet, doch im Laufe der Zeit wurden es immer mehr und auch anspruchsvollere Dienste, die Festplatten sind permanent zu klein und nun muckt eine Platte doch gar beim (seltenen) Neustart. Also höchste Zeit, den Server zu erneuern.

Der neue Server soll im Wesentlichen folgende Dienste übernehmen:

  • Fileserver, Netzwerklaufwerk für alle Rechner in der Familie
  • Backup
  • Videorekorder, der webprogrammierbar aufnimmt und sein Programm, wie auch die Aufnahmen übers Netzwerk streamen kann (zu einer meiner vielen dbox2 oder zu einem PC im heimischen Netz), später auch mal HD-tauglich
  • FTP-Server, für den Austausch mit außerhalb
  • Subversion-Server für die Versionsverwaltung diverser Projekte
  • Datenbank und Host für mein browserbasiertes Amateurfunk-Logbuchprogramm
  • Linux-Sever, auf dem ich mit meinem Windows-PC als X-Terminal arbeiten kann
  • Übernahme langwieriger Operationen, wie Video-Transkodierung oder auch mal langwieriger Up- oder Downloads

Die Vielzahl verschiedener Dienste und auch die verschiedenen Nutzer machen es schwierig, den Server zwischendurch abzuschalten bzw. schlafen zu legen. Ich habe schon länger eine IP-Schaltlösung herumliegen, aber ich kann kaum einen zumuten, den Server erstmal aufzuwecken. Vielleicht kommt das noch einmal. Aber jetzt zählt vor allem ein Dauerlauf taugliches System mit möglichst niedrigem Stromverbrauch.

Die Frage lautet also: Wie bekomme ich ein einigermaßen aktuell leistungsfähiges System mit einem möglichst niedrigen Stromverbrauch her. Der neue Server soll zwar deutlich leistungsfähiger als mein bisheriges System werden, aber keinesfalls mehr verbrauchen. Am besten deutlich weniger, wobei vor allem ein niedriger Leerlaufverbrauch zählt. Der Verbrauch unter (Voll-)last ist nebensächlich, da der zeitliche Anteil nicht so sehr ins Gewicht fällt.

Systemauswahl

In letzter Zeit hat sich im Desktop-PC-Bereich viel hinsichtlich Stromverbrauch getan. Sowohl Intel als auch AMD haben neue auf Energieverbrauch optimierte Familien herausgebracht und im industriellen Bereich gibt es einen ganzen Zoo sparsamer, aber auch langsamer Modelle. Schließlich könnte man Linux auch auf ARM installieren und da tun sich noch ganz andere Welten auf. Da ich aber für die DVB-S-Karte des Videorekorders einen PCI-Slot benötige und einige Dienste (HD-Video, Video-Transkodieren, Streamen) durchaus Leistung benötigen, kommen eigentlich nur die neueren Desktop-Familien von Intel oder AMD in Frage. Beide bieten leidlich schnelle Dual-Core-Prozessoren mit im Prozessor integrierter Grafikeinheit an. Das passt schon mal. Obwohl ich eigentlich ehr AMD gewogen bin, ist die aktuelle Sandy-Bridge-Architektur von Intel für die beschriebenen Anforderungen wesentlich besser (mehr Leistung bei weniger Strom) als vergleichbare AMD-Systeme, so dass diesmal die Wahl nicht schwer fällt.

Die c’t testete passende Mainboards und das Intel DB65AL fiel mit dem niedrigsten Leistungsbedarf eines aktuellen Desktop-Boards auf und hat alles was ich benötige. Als Prozessor kann man wählen, sowohl ein aktueller Celeron als auch die letzte und die aktuelle Version der Sandy-Bridge Prozessoren haben lt. c’t in etwa de gleichen Idle-Verbrauch (natürlich die jeweils leistungsschwächsten Modelle der Serie) und unterscheiden sich nur im Preis und der Leistung. Ich geize hier nicht und nehm den neuen i3-2100.

Um die Festplatte abschalten zu können, wird das Betriebssystem auf eine sehr preiswerte 8GB-SSD installiert. Das hat auch noch den Vorteil, dass man die Datenplatte und die System-SSD später unabhängig voneinander austauschen kann.

Mein neuer Server besteht also aus

  • einem Intel DB65AL Mainboard
  • Core i3-2100 Prozessor mit integrierter Grafik
  • be-Quiet 80+ 350W-Netzeil
  • 8GB-Sata-SSD
  • 2 TB Samsung ecoGreen Festplatte

Stromverbrauchsmessungen

Mein altes, inzwischen 13 Jahre altes System mit einem AMD K6-266, ASUS SP98-Mainboard, zwei IDE-Festplatten, der DVB-Karte (dazu später mehr) verbraucht:

Zustand Verbrauch
idle 52 W
typischer Lastfall 65 W

Der “typische Lastfall” ist hier das Streamen einer VDR-Aufzeichnung, die die CPU-Last teilweise auf 100% treibt.

Zum Vergleich der Idle-Verbrauch anderer PCs:

System Idle-Verbrauch
core-i5-720, Intel DH55HC, NVidia GeForce 8400 DX Grafikkarte, 1HDD 51 W
IBM ThinkCentre mit Pentium 4, 2.6 GHz, 1HDD 47 W
AMD Athlon64 1.8 GHz (cool’n quiet), MSI K8T Mainboard, on-board Grafikkarte, 1HDD 74 W
AMD Athlon64X2 2.31 GHz, Gigabyte MA78GM, on-board Grafik, 1HDD 61 W
Notebook ThinkPad T400 mit core2Duo-P8700 (Bildschirm dunkel) 15 W
typisches NAS-System ohne Platten (typ. je 5-10W) 15-20 W

Mein neuer Server verbraucht folgende Leistung:

Zustand Verbrauch
Basissystem, idle 27 W
Basissystem, mit laufender Festplatte 32 W
Basissystem, idle, mit DVB-S Karte 40 W
Basissystem mit DVB-S Karte, 1 Core 100% Auslastung, Festplatte läuft 51 W

Der nackte PC ist mit 27 W recht genügsam und kommt schon in die Gegend der viel schwachbrüstigeren NAS-Systeme. Man könnte den Verbrauch durch Undervolten (also das Absenken der CPU-Spannungen unter dem vorgeschriebenen Wert) sicher noch um 2-3 W senken. Als wahrer Stromfresser entpuppt sich die DVB-S-Karte (Technotrend Version 1.3). Eine wirkliche Überraschung ist dies nicht, da die Karte selbst spürbar warm wird und noch dazu den LNB an der SAT-Schüssel mit versorgen muss.

Insgesamt konnte ich also den Verbrauch gegenüber dem alten System bei unvergleichbar mehr Leistung um mehr als 10W senken. Durch die DVB-Karte ist ein Sparwunder aber nicht wirklich realisierbar.

Übrigends ist auch der Verbrauch unter Last viel geringer als bei den oben angegebenen meist älteren Vergleichssystemen.

Noch weniger Verbrauch?

Will man den Verbrauch noch weiter senken, kommt man nicht darum herum, den Server zeitweise schlafen zu legen. Man könnte das ohne Komfortverlust realisieren, wenn man die Dienste auf zwei Systeme verteilt: Einen sparsamen ARM-Dauerläufer (realisierbar mit <10W) für die durchlaufenden Dienste und ein sich abschaltendes System mit dem Videorekorder und den leistungsstärkeren Diensten. Aber das bedeutet wohl derzeit auch nochmal mindestens 200 - 300 EUR Investition. Andererseits gibt es bereits Router und WLAN-Basisstationen für 20-60 EUR, die bereits fast alles mitbringen und denen eigentlich nur noch die schnelle HDD-Schnittstelle fehlt. Ich denke, es wird sich in Zukunft hier noch einiges tun.

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Neues Titelbild

Jetzt geht es doch schon wieder auf den Winter zu 😉 und meine Webseite ist im neuen Layout seit fast 10 Monaten online. Also denke ich, es wird langsam Zeit, das Winterbild durch etwas freundliches zu ersetzen, dass uns durch den drögen Winter begleiten kann.

Das Bild zeigt einen fliegenden Flamingo, aufgenommen in der Camargue (Rhone-Mündung), Südfrankreich.

Zur Erinnerung, das war das alte Bild: Tiefer Winter in den Ilmenauer Hausbergen.

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Schadensanalyse am Antennenrotor Create RC5-3 (Teil 2)

Im ersten Teil habe ich die Antennenanlage analysiert, den Schaden beschrieben und meine Schlußfolgerungen dargelegt. Jetzt folgt der technisch spannende Teil 😉 die Bruchanalyse.

Ich bin zwar Ingenieur, habe aber mit der Mechanik und den Werkstoffwissenschaften nicht wirklich viel zu tun. Deshalb musste ich mich erstmal tüchtig einlesen. Die Materie ist auch durchaus schwierig und nur durch jahrelange Erfahrung in der Schadensanalyse sicher beherrschbar. Deshalb spreche ich nachfolgend vorsichtshalber von Indizien anstatt von festen Fakten. Aber auch wenn ich in einem Detail falsch liegen sollte, weißt eigentlich alles in die gleiche Richtung…

Ziel ist es hier, zu klären, ob der Bruch durch einen Exemplarfehler oder durch Überschreitung der konstruktiven Belastungsgrenze verursacht wurde. Außerdem wäre von Interesse, ob es ein Gewaltbruch (einmalige Überlastung) oder um einen Schwingungsbruch (Materialermüdung durch dauerhafte Wechselbelastung) ist. Kurzum, ich möchte die Ursache wissen, um geeignete Gegenmaßnahmen planen zu können.

Bruchstelle am Zahnrad 


Also nun zur Sache. Das Bild zeigt die Bruchstelle. Man erkennt, dass zwei Zähne fehlen und bei genauerem Betrachten der unteren Bruchstellen auch sofort, dass beide Zähne seitenverkehrt herausgebrochen wurden. D.h. der Bruch erfolgte in jedem Fall vom Zwischenraum zwichen den beiden Zähnen aus. Oder noch anders ausgedrückt, der linke Zahn wurde nach links, der rechte Zahn nach rechts weggebrochen. Dies wäre erstmal typisch für einen Schwingungsbruch, da die Antenne bei Windböen gegen beide Zähne jeweils aus der anderen Richtung drücken würde.

Weiter sieht man, dass die Zähne eine kerbartige (dreieckig nach innen zeigende) Abrissfläche haben. Die Oberfläche der beiden Bruchflanken der Zähne wie auch des Zahnradstumpfs sind unterschiedlich. Die zueinander zeigende Seite der Kerbe bzw. des Dreiecks ist sehr rau und zerklüftet. Die abgewandte Seite ist dagegen glänzender, wie wenn die raue Oberfläche glattgeschliffen wurde und auch makroskopisch weniger strukturiert. Dies könnte daran liegen, dass eine unterschiedliche Zug- und Druckbelastung beim Bruch vorlag. Der kerbartige Abbruch und die glänzendere Oberfläche der äußeren Flächen deuten darauf hin, dass die Zähne einer Kippbelastung ausgesetzt waren.

Schwingungsbrüche (Ermüdungsbrüche) sind sehr oft durch makroskopische Rastlinien und/oder durch mikroskopisch sichtbare Schwingstreifen zu erkennen. Dies ist das wesentliche Erkennungsmerkmal eines Schwingungsbruchs und hier wird es diffizil. Die hier vorliegende Bruchoberfläche ist sehr rau und zerklüftet. Mit dem Lichtmikroskop konnte ich nichts erkennen, da die Schärfentiefe nicht ausreicht (deshalb verwendet man für solche Untersuchungen auch normalerweise Rasterelektronenmikroskope). Weder auf den Zähnen noch auf der Bruchfläche des Zahnrades konnte ich eine linienartige Struktur finden, die sich als Rastlinie hätte deuten lassen. Es gibt zwar deutlich sichtbare Lunker im Material, aber es ist auch nicht zu erkennen, dass der Bruch von einer spezifischen Stelle ausgegangen ist.

Am restlichen Zahnrad habe ich außer Abrieb keinerlei Verschleiß bzw. irgendwelche Anbrüche finden können.

Bei den Bruchflächen beider Zähne kann man ein nahezu identisches Schadensbild aufnehmen. Auf jeden Fall kann man so nicht von einem durch einen Materialfehler begründeten Stabilitätsverlust ausgehen. Der hätte in beiden Zähnen ja in gleicher Weise vorhanden sein müssen.

Man kann also schlussfolgern, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Gewaltbruch durch Überschreiten der konstruktiven Belastbarkeitsgrenze handelt. Wenn sich die Antennenkonstruktion nicht ändert, wird dieser bei gleichen Witterungsbedingungen wieder auftreten.

Obwohl dies dem ersten Anschein nach äußerst wahrscheinlich schien (symmetrischer Ausbruch zweier Zähne bei lange nicht bewegtem Getriebe und dauerhafter Belastung durch wechselnder Windlast) liegt wohl doch kein Ermüdungsbruch durch dauerhafte Wechselbelastung vor. Eigentlich ist das eine gute Nachricht. Weder ist die Qualität des Getriebes schuld, noch ist es konstruktiv der zwangsläufig auftretenden Dauerbelastung durch Windwechsel nicht gewachsen.

Vorbeugemaßnahmen müssen sich daher darauf konzentrieren, die Maximalbelastung abzufangen. Bleibt die Rotor-Antennen-Konfiguration so, muss sichergestellt werden, dass bei Eisbelag der Rotor zusätzlich entlastet wird.

Betrachtungen zum Aufbau und zum Zusammenbau des Rotors

Für alle, die ein gleiches Modell besitzen und dem Drang (oder der Notwendigkeit 😉 ) nachgeben, den Rotor aufzuschrauben, folgen hier noch ein paar Betrachtungen zum inneren Aufbau.

Das Zerlegen geht recht einfach. Einfach die Schrauben alle lösen, die die beiden Halbschalen zusammenhalten und dann die Schalen vorsichtig auseinanderhebeln (kleben etwas vom Dichtmittel und dem Silikongummiring).

Oberschale des Rotors 

In der Oberschale haben wir nur ein Zahnrad, dass aber einen zusätzlichen kleinen Zahnkranz für das Richtungspotentiometer trägt (dazu später).

Unterteil des Rotors mit neuem Zahnrad 

In der Unterschale steckt der ganze Rest. Der Motor ist über ein Gelenk entkoppelt. Das Laufgeräusch beim Drehen kommt übrigends mehrheitlich von diesem Gelenk. Der Schneckentrieb ist neben dem Motor mit einem Abdeckblech gekapselt untergebracht und voller Fett (deswegen vermutlich gekapselt).

Beachtung sollte die Baugruppe mit dem schwarzen Plastezahnrad finden. Darunter verbirgt sich das Potentiometer zur Richtungsanzeige. Ich habe vergeblich versucht, das Plastezahnrad zu demontieren (ist im Weg, wenn man das hier defekte große Aluzahnrad herausbauen möchte). Es ist einfacher, die gesamte Baugruppe abzuschrauben. Die Dimensionierung des Potentiometerantriebs wurde (leider) so gemacht, dass die 360° Drehbereich das Potentiometer nahezu vollständig durchdrehen. Das spart zwar einen Stellregler an der Anzeigeeinheit, erfordert aber geschicktes Zusammensetzen des Rotors.

Weiter sieht man noch ein nach oben stehendes Federblech. Das ist der Endlagenschalter, der durch eine Nase am großen Zahnrad der Oberschale gedrückt wird. Das Blech ist recht biegbar und ein durchdrehender Motor würde hier keinen Schaden anrichten. Dennoch, ich habe beruflich schon viel mit Robotik zu tun, aber so eine unsichere Endlagenschalterlösung habe ich noch nicht ansatzweise gesehen.

War die Demontage sehr einfach, birgt aber der Zusammenbau wie so oft ein paar Hindernisse:

  • Man muss vor dem Zusammensetzen alles so drehen, dass es stimmig zueinander ist. Das betrifft die Endlagenschalternase am Zahnrad in der Oberschale und das Richtungspotentiometer. Also, zur Montage das Potentiometer auf 0° (auf dem dazu angeschlossenen Bedienteil) drehen und das obere Zahnrad so, dass sich die Nase in “Mittelstellung” gegenüber des Endlagenschalterhebels befindet. Das erfordert aber Augenmaß und eventuell mindestens einen zweiten Anlauf.
  • Das Plastezahnrad des Richtungs-Potentiometers drückt normalerweise mit etwas Spannung gegen das Gegenstück am Zahnrad in der Oberschale. Das führt dazu, dass dieses Plasterad beim Aufsetzen der Oberschale schlicht im Weg ist. Mein OV-Freund Hans, DL1ANM, hat hier eine einfache Lösung gefunden: Man zieht mit einer dünnen Drahtschlinge die Potentiometerbaugruppe ein paar mm nach außen (gelber Pfeil im Bild), kann dann die Oberschale (mit ausgerichtetem Zahnrad) aufsetzen und dann die Drahtschlinge loslassen und den Draht herausziehen.

Hat man die Oberschale erfolgreich aufgesetzt, probiert man zunächst, ob die Endlagen bei jeweils kurz nach 180° ansprechen und natürlich, ob sich die Richtungsanzeige gut mit bewegt. Ist alles OK, kann man die Sache wieder zuschrauben.

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Übersichtsartikel zum Sommerurlaub 2011

Jetzt sind wir nach 4600 km wieder zurück. Die Runde über Vichy, unseren 14-Tage- Zeltplatz Bungalow bei Castelnau-Magnoac mit diversen Pyrenäenwanderungen, Ausflügen nach Toulouse und in die Gascogne, den langen Rückweg über Carcassonne, Rennes-le-Chateau, den Pic de Bugarach, und den zwei Tagen in Saintes-Maries-de-la-mer am Mittelmeer war auch für unsere Verhältnisse recht groß.

Da die während der Reise so nach und nach geschriebenen Artikel doch recht zahlreich geworden sind, ist hier also nochmal eine Übersicht:

Zwischenstopp bei der Anreise in Vichy und Volvic

Wo man mit Mineralwasser duscht. 

Erste Pyrenäenwanderung: Cirque de Gavarnie

Bergbach im Gavarnietal 

Zweite Pyrenäenwanderung: Lac d’Oô

Lac d'Oo 

Auch und Condom in der Gascogne

aus der Gegend kam d'Artagnon 

Dritte Pyrenäenwanderung: Cascade d’Enfer

Wasser gibt es hier genug 

Toulouse

typische Architektur in Toulouse: die roten Ziegel 

Vierte und optisch schönste Wanderung: Pic de Tentes

Blick vom Pic de Tentes 

Rückweg, Zwischenstopp in den Corbieres: Rennes-le-Chateau und Pic de Burgarach

Tour Magdala des Abbé Sauniere 

Carcassonne

Abends an der Burg 

Flamingos in Saintes-Maries-de-la-mer

Flamingo im Landeanflug 

Da diese Artikel hauptsächlich für das private Umfeld bestimmt sind, habe ich sie passwortgeschützt. Bitte per Mail (dl4mw (at) schueler.ws) erfragen.

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