UKW Locator Datenbank

Eines meiner Projekte auf dieser Seite ist ein Programm zum Erstellen einer Locatordatenbank für diverse Contestprogramme. Das Projekt ist schon von 2011, aber immer noch aktuell in Benutzung und es gibt inzwischen Neues dazu.

der Ralf im Contest

Dieser Artikel richtet sich vorwiegend am Contestgeschehen interessierte Funkamateure. Für den unbedarften Leser gibt es hier zunächst mal eine kurze Einführung, was das soll.

Im UKW-Amateurfunksport geht es in den Contesten genannten Wettkämpfen darum, innerhalb der Contestzeit (24h) möglichst viele Verbindungen über möglichst weite Strecken herzustellen. Im Endergebnis werden letztlich die überbrückten Kilometer zusammengerechnet. Jede Verbindung besteht im Austausch einer laufenden Nummer und dem Locator – der GPS-Position im Maidenhead Format. Die Verbindung wird über ein spezielles Programm (Contest-Log-Programm, üblich sind vorwiegend WinContest, Win-Test und der N1MM-Logger) erfasst und die Ergebnisse zum Vergleich hochgeladen. Da muss die laufende Nummer und auch der Locator stimmen, sonst wird die Verbindung nicht gewertet. Zudem verwenden wir auf diesen Frequenzen üblicherweise Antennen mit hoher Richtwirkung. Wenn man ein Rufzeichen mühsam aus dem Rauschen heraus gefischt hat, ist es da durchaus sinnvoll, schonmal den Standort zu wissen, um ggf. die Antenne richtig drehen zu können. Außerdem braucht man sich für eine Verbindung mit einer in 50km im Tal hockende Station nicht so viel Zeit zu vertrödeln, während sich der Aufwand für eine 500km entfernte Station schon lohnt. Sprich, es gibt mehrere Gründe, im Contest eine Datenbank mit Rufzeichen und den üblicherweise von der Station genutzten Locator zu haben. Um die Erzeugung dieser Datenbank dreht es sich hier.

Neuerdings stellt der DARC-Server, wo die Ergebnisse der Conteste veröffentlicht werden, alle eingereichten Logs zur Einsicht zur Verfügung. Es braucht ein wenig Hirnschmalz, um diese alle automatisiert herunterzuladen, aber prinzipiell sind die Infos öffentlich. Das ergibt nun völlig neue Möglichkeiten zur Erzeugung einer eigenen Locator-Datenbank. Getrieben von diesen neuen Perspektiven habe ich mein Programm von 2011 nochmal überarbeitet und stelle auf der Projektseite die neue Version zur Verfügung.

Wesentliche Neuheiten:

  • Es können nun mehrere Verzeichnisse mit Daten (z.B. Contest-Logfiles oder Ergebnislisten) verwendet werden. Damit gelingt es besser, verschiedene Datenquellen voneinander zu trennen und ggf. für verschiedene Conteste angepasste Datenbanken aus unterschiedlichen Quellen zu generieren. Z.B. verwenden viele Stationen im März und im November andere Standorte, weil Portabel-Aktivitäten auf Bergspitzen nur eingeschränkt möglich sind.
  • Logs können prinzipiell Fehler enthalten und fremde Logs entziehen sich der Kontrolle sowieso. Durch die nun verfügbare Datenmenge kann das Programm aber Fehler statistisch erkennen. Dies wurde verbessert und wird in weiteren Versionen sicher noch weiter verbessert werden.
  • Das Programm ist auf der Projektseite downloadbar.
    Wer auf der Suche nach passenden Datenquellen ist, kann mich gern kontaktieren.

    Da eine gute Datenbank im Contest ein Wettbewerbsvorteil ist, werde ich die fertigen Datenbanken allerdings hier nicht frei zur Verfügung stellen. 😉

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China Gadget: 35MHz – 4.4 GHz LTDZ Spectrum Analyzer

Im UKW-Contest stellt sich manchmal die Frage, wie weit kann ich meine Endstufe aussteuern, ohne dass zu viele Störungen entstehen. In Ilmenau haben wir auf relativ kleinen Raum viele Stationen und man möchte sich nicht gegenseitig unnötig stören. Die andere wiederkehrende Frage beim Aufbauen für den Contest: Sendet mein Transverter auf dem Mast überhaupt was?

Für beide Probleme ist ein kleiner Spektrumanalyzer das ideale Instrument. Ein Spektrum Analyzer ist ein Messinstrument, dass einen einstellbaren Frequenzbereich abscannt und die dort messbaren Feldstärken als Grafik aufträgt. Eventuelle Peaks kann man dann auch in ihrer Größe und der genauen Frequenz vermessen. Spektrum Analyzer waren vor Jahren teures Profi-Equipment im 10k€++ Preissegment. Jetzt gibt es auf AliExpress mehrere Typen zwischen 30 und 500 €. Ja mei, unsere Chinesen…

Bei meinem Freund Jens, DH1AKY haben ich den Tiny Spectrum Analyzer gesehen, der von 100 kHz bis 350 MHz geht und ein 2,5″ Display hat. Ein schönes Ding, aber ich wollte ein größeres Display und wenn möglich auch unsere Transverter im 13cm und 9cm-Band abdecken, also bis etwa 3.5 GHz was sehen.

So habe ich mich spontan entschlossen einen no-name 35 MHz – 4.4 GHz Spectrum Analyzer bei AliExpress zu bestellen, der dort von vielen Händlern im Preissegment von 40 – 150 € angeboten wurde. Für insgesamt 50,-€ landete also so ein Exemplar bei mir an.

 

Im Paket lag also der handgroße Spektrum-Analyzer und überraschenderweise eine kleine Gummiwurstantenne. Sonst nichts, auch keine Anleitung.

Das Teil habe ich also erstmal an ein USB-Ladegerät angeschlossen (USB-C) und den internen Akku aufgeladen.

In der Zwischenzeit kann man sich ja mal anschauen, was das für eine Antenne ist. Also diese an meinen Nano-VNA gesteckt. Alles passend SMA.

Man beachte die gelbe Kurve, die einen deutlichen Dip bei ca. 148 MHz macht.

Aha, das ist also offensichtlich eine Antenne für PMR-446 Walki-Talkies. Passender wäre eine Breitbandantenne gewesen, die muss ich mir bei Gelegenheit noch für wenige Eur bestellen. Aber für das erste Bespielen des Teils ist die PMR-Antenne erstmal ein nettes Gimick.

Technik

Das fehlende Handbuch ist erstmal kein sonderliches Problem. Männer lesen sowieso nur selten Handbücher 😉 und beim Bespielen bekommt man schnell mit, wie es läuft.

Der Spektrum Analyzer hat keinen Touchscreen, es wird alles über den seitlichen Dreh-/Druckknopf bedient. Mitunter ist das etwas umständlich, funktioniert aber. Die Funktionalität ist dabei auch nicht wirklich groß:

  • Start/Stop des Scannens
  • Startfrequenz
  • Bandbreite
  • Offset und Verstärkung

Als erstes fällt unangenehm auf, dass sich die Span (überstrichener Frequenzbereich) bzw. die Stopfrequenz aus der eingestellten Bandbreite ergibt. Je kleiner die Bandbreite, desto kleiner die Span. Ich kann das Prinzip dahinter verstehen, da sind genau 700 Punkte auf dem Display und die Schrittweite ist eben so, dass jeder Displaypunkt ein Messpunkt ist. Dadurch bleibt die Aktualisierungsrate konstant bei ca. 800ms. Ich finde das aber trotzdem viel zu kurz gedacht, mit etwas mehr Programieraufwand hätte man das schöner und nützlicher gestalten können. Das ist so typisch Chinaware. Ein deutscher Ingenieur hätte da mehr investiert, bevor sowas auf die Menschheit losgelassen wird (sag ich jetzt mal, als deutscher Ingenieur 😉 )

Es ist nicht gleich offensichtlich, aber das Handbuch verrät, dass die “Magnification” und Offset Einstellungen direkt die Kalibrierung des Gerätes verändern. Die Kalibrierung ist bei der Mini-Hardware und dem Riesen-Frequenzbereich sowieso kaum glaubwürdig. Wer das braucht, hat aber die Möglichkeit, über ein bekanntes Dämpfungsglied (und je nach Anforderung einer bekannten kalibrierten Signalquelle) hier selbst für im interessierten Frequenzbereich für definierte Verhältnisse zu sorgen. Praktische Konsequenz ist aber, dass man nicht einfach ein schwaches Signal heraus vergrößern kann (siehe unten), ohne die Kalibrierung zu verstellen. Meiner Meinung nach gehört eine Gerätekalibrierung auch nicht in die erste Menüebene (gibt hier aber nur eine).

Wie auch schon in der X-Achse hat man auch in der Y-Achse also eine Zoom-Möglichkeit vergessen. Als Software-Ingenieur, der täglich mit ähnlichen Sachen zu tun hat, greife ich mir da an den Kopf. Der unbedarfte Hobby-ist (anders kann ich das hier nicht mehr bezeichnen) hat die gesamte Abstraktionsebene zur Darstellung der Daten eingespart. Eh, das ist kein Bastelprojekt (oder doch?), das Teil wird offensichtlich in Massenfertigung produziert.

Erste Tests

Als Testgerät habe ich kurzerhand mein Baofeng UV-5 Dual-Band Handy genommen.

Prima, die Sendefrequenz sieht man als deutlichen Spike (siehe erstes Bild). Das Teil funktioniert schonmal prinzipiell. Die Breite des Spikes mutet aber visuell zu groß an. Die eingestellte Bandbreite von 100kHz ist jedenfalls nicht plausibel. Dazu unten mehr. Vermutlich ist die Leistung über die PMR-Antenne auf dem 70cm Band durch das gleich daneben befindliche Handy doch deutlich zu groß. Das ist aber alles prinzipiell weniger schlimm.

Deutlich unschöner: Wenn mein Baofeng im 70cm-Band sendet, sehe ich auf dem Spectrum Analyzer auch bei etwa 150MHz Nadeln. Sollte das Baofeng da solche Nebenaussendungen produzieren? Das wäre ganz schön frech.

Also vergleichen wir die Sache mal mit einem richtigen Spektrumanalyzer der 20k€ Klasse, einem Rhode&Schwarz FSL. Dort ist bei 150 MHz nichts zu sehen. Der Schuldige ist also der kleine Spektrum Analyzer, der hier offensichtlich irgendwelche Spielgelfrequenzen sieht. Das ist nun echt unschön, wenn auch bei der billigen Spar-Hardware jetzt nicht so unerwartbar. Ich habe auf der Ham-Radio-Messe mal einen Bierabend mit dem Entwickler des FSL-Eingangsteils am Biertisch verbringen dürfen 🙂 Auf jeden Fall kann ich sagen, dass hier der Aufwand auf einem mehrere Größenordnungen anderen Niveau liegt. Insofern sollte man die Erwartungen an das Chinawunder schon sehr klein halten. trotzdem, unschön ist das schon.

 

Nächster Versuch, ich will meinen IC-9700 mit meiner Yagi auf dem Dach auf 144MHz senden sehen. Dazu nehme ich erstmal eine auf 144 MHz resonante Antenne für den Spektrum Analyzer. Trotzdem sehe ich nur einen sehr zaghaften Peak. Das Teil ist also recht unempfindlich, was eigentlich fast klar ist.

Um dennoch was zu sehen, kann man im Menü die “Magnification” erhöhen (siehe oben). Also auf deutsch, die digitale Verstärkung aufdrehen. Leider bewegt sich dadurch auch der Rauschpegel. D.h. das Signal verschwindet völlig vom Bildschirm. Mit den Offset-Einstellungen kann man das Signal dann wieder holen. Mit etwas Hartnäckigkeit bekommt man so iterativ doch das Sendesignaldes IC-9700 gut abgebildet.

Wieder ärgerlich ist an dieser Stelle, dass es einem die Software durch völliges Fehlen jeglicher Eigenintelligenz so schwer macht. Es wäre durchaus möglich, den Offset automatisch anzupassen und nur die Skala entsprechend zu ändern. Dann könnte man die Empfindlichkeit des Gerätes über die Magnification leicht den Gegebenheiten anpassen.

Internas

Dieser Spektrum Analyzer wird auch als nackte Leiterplatte ohne Gehäuse, Display und Akku verkauft. Dort wird auch auf eine Windows-Software für die Benutzung verwiesen, dich ich aber noch nicht gefunden und damit noch nicht getestet habe. Die Leiterplatte und das Handbuch (Google Suche: “ltdz spectrum analyzer manual”) geben etwas Einblick in die Internas.

Der Kern des Spektrum Analyzers ist ein ST-Mikroprozessor mit ARM-Kern. Dieser steuert den Tracking-Generator, einen ADF4351, der den nutzbaren Frequenzbereich von 35 – 4400 MHz vor gibt. Anscheinend gibt es keinen Eingangsverstärker, das Eingangssignal und der Tracking-Generator treffen sich direkt an einem Mischer. Hinter dem Mischer sitzt ein Detektor und danach ein AD-Wandler. Die angegebenen 90dB Dynamik passen gut zu einem 16-bit ADC. Der Detektor soll laut Handbuch eine feste Bandbreite von 500 kHz haben.

Dem Preis geschuldet, muss man also mit den folgenden Nachteilen leben:

– Der fehlende Eingangsverstärker macht den Spektrum Analyzer recht taub. Im Handbuch wird darauf verwiesen, ggf. einen externen Verstärker vorzuschalten. Diese gibt es auch für wenig Geld, aber im portablen Feldeinsatz dürfte das ehr unkomfortabel sein. Aber für feste Anwendungen könnte man hier zusammen mit einer passenden Antenne was bauen können.

– Natürlich gibt es auch kein zuschaltbares Dämpfungsglied, dass bei starken Signalen auch sinnvoll wäre.

– Es ist hardwareseitig nur eine feste Bandbreite des Detektors von 500kHz vorhanden. Die softwareseitig einstellbaren niedrigeren Stufen sind in der Hardware nicht unterstützt. Unter Umständen ist das oben geschilderte Spielgefrequenzproblem dadurch verursacht. Auf jeden Fall aber der zu breit erscheinende Peak des Baofengs. In teuren kommerziellen Spektrum analyzern treibt man an dieser Stelle auch einen unvorstellbar größeren Aufwand.

– Es fehlen natürlich auch alle Maßnahmen, um den Frequenzgang der Analogschaltung zu kompensieren. ein wenig wird das über Software ausgeglichen, die dazu im Menü verfügbaren Parameter sind sehr rudimentär beschrieben.

Zusammenfassung

Das hier waren die Eindrücke von einem ersten recht kurzem Test. Mit der Zeit wird man damit vermutlich noch besser warm werden und was es für die eigentlich vorgesehene Anwendung bringt, muss man auch erstmal sehen.

Die PC-Software dazu habe ich noch nicht gesucht und probiert. Das kommt sicher noch.

Für 50,-€ sollte man nicht zu viel verlangen und zunächst ist der Spektrum Analyzer auch ein tolles Spielzeug. Die Hardware ist echt minimalistisch. Das ist erstmal für den Preis OK, aber für das doppelte Geld hätte man den zehnfachen Nutzen heraus holen können. Die Software ist aber auf Dilletanten-Niveau und enttäuscht an mehreren Punkten. Das ist richtig ärgerlich. Vielleicht verbessert sich die noch. Theoretisch sollte sich der St-Prozessor updaten lassen, aber es ist unklar und völlig, ob da nochwas nach kommt.

Ich mag das Teil deshalb nicht zum Kauf empfehlen, weiß aber nicht, ob es in der Billigklasse tatsächlich etwas besseres gibt, was meinen Anwendungsfall abdecken würde.

Sollte sich jemand trotzdem zum Kaufen entschließen: Dieser Spektrum Analyzer wird von vielen chinesischen Händlern in vielen Versionen (nackte Leiterplatte, Gerät ohne und mit Akku, ggf. mit unterschiedlichem Zubehör) angeboten. Man muss sehr aufpassen. Die gleiche Variante wie hier beschrieben aber OHNE Akku habe ich auch schon zum doppelten Preis gesehen.

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Sonnenfinsternis 2021

Nachdem sich bei der letzten Sonnenfinsternis 2015 die Medien fast überschlagen haben, war diesmal davon fast nichts zu hören oder lesen. Wäre da nicht ein kurzer Zungenschlag in den Morgennachrichten bzw. dessen Wetterbericht gewesen, ich hätte es auch nicht bemerkt.

Nun, heute gegen 12:37 Uhr hatte die Sonne die größte Bedeckung. Weniger spektakulär als 2015 und hier in Mitteldeutschland weniger als im Norden ist das doch immer ein schönes Schauspiel.

Wenn man näher schaut, sieht man auch eine Sonnenfleckengruppe. Der neue Zyklus scheint zwar begonnen zu haben, aber die Aktivität der Sonne (für Funkamateure eine wichtige Sache) ist noch nicht so der Bringer.

Da diesmal nicht viel Vorwarnzeit war, war es großes Glück, dass der selbstgebaute Filter von 2015 noch leicht auffindbar in meiner Fotoausrüstung vor sich hin wartete.

Ich hatte damals mehrere Varianten ausprobiert und diese war die einzige, die gut funktioniert hatte. Man muss sehr aufpassen, dass nicht der kleinste ungefilterte Sonnenstrahl seinen Weg ins Objektiv findet. Durch interne Reflexionen kommt dann kein vernünftiges Bild zu Stande. Die Kappe muss also obendrauf alles abdecken.

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Xiaomi Mi A1 GPS Problem

Mein Handy, das Xiaomi Mi A1 gehört mittlerweile zwar nicht mehr zu den aktuellen Modellen, funktioniert aber prächtig und erhält noch aktuelle Sicherheitsupdates. Nun, vor ein paar Monaten schwächelte mal das GPS. Es wurde immer schlechter und setzte dann ganz aus. Nach kurzer Zeit (und etwas Panik) funktionierte es wieder. Ein paar Monate später ging es wieder los, beim Joggen im Wald setzte es immer mehr aus, dann ging wieder gar nichts mehr.

Beim erstem Mal hat die Sucher im Internet noch nichts ergeben, jetzt sind die Foren voll von diesem Problem. Jedenfalls ist man nicht allein, schon tröstlich, aber eine Lösung habe ich dennoch nicht gefunden. Die Antworten sind reichhaltig aber allesamt sehr konfus.

Das Symptom sieht nicht nach einem Softwareproblem und nicht nach einem harten Schaltkreis- oder Leiterzugdefekt aus. Dazu tritt der Fehler nicht plötzlich genug auf. Ich vermutete daher von Anfang an ein Stecker- bzw. Kontaktproblem. In einem Forum habe ich dann gelesen, dass jemand den Akku getauscht hat und seitdem sein GPS wieder ging.

Also habe ich das Handy geöffnet. Man braucht dazu einen passenden Micro-Torx für die Schrauben neben der USB-Buchse und einen Plastik-Lever, um die beiden Gehäuseschalen auseinander zu drücken. Ich hatte keinen und hab eine alte Bahncard benutzt. Die ist weicher und zäher als eine Kreditkarte und ging ganz gut. Auf YouTube gibt es eine Reihe Videos, die das Zerlegen zeigen, einfach nach “Mi A1 battery change” oder “Mi A1 disassembly” suchen.

Nach dem Zerlegen sieht man dann aber nichts, was irgendwie auf ein GPS-Modul oder eine GPS-Antenne hindeutet. Näheres inspizieren zeigt, dass die Antennen offensichtlich auf die Rückwand des demontierten Deckels verklebt sind und über kleine Federkontakte auf silbrige Kontaktflächen kontaktiert werden. Man sieht auf de Kontaktflächen auch deutlich die Eindrücke der Kontaktfedern. Hier liegt anscheinend das Problem. Die silbrigen Kontaktflächen auf der Deckelinnenseite korrodieren mit der Zeit oder (weniger wahrscheinlich) die Federn scheuern die Kontaktflächen weg. Auch realistisch: Die Federn drücken sich mit der Zeit in die Kontaktfolie ein, so dass sich diese wegdrückt und die Federspannung nicht mehr für einen Kontakt ausreicht. Die Einkerbungen sieht man jedenfalls gut. Egal welche Ursache: GPS geht wegen der Kontaktprobleme zwischen Body und Deckel nicht mehr.


A1 mit demontiertem Deckel: Die Kontaktflächen sind im Deckel gut zu sehen.


Ausschnitt: Links die Kontaktfedern, rechts die zugehörigen Kontaktflächen im Deckel.

Ich habe mit einem Glasfaserpinsel die Kontakte geputzt (beidseitig, Federn und Kontaktflächen) und das Handy wieder zusammen gebaut.

Und das GPS funktioniert wieder. Die ganze Aktion hat 10 Minuten gedauert und der schwierigste Teil was das Auseinanderdrücken der beiden Gehäusehälften mit der Bahncard. Schauen wir mal, wie lange das hält.

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Lost Places: Glaswerk Ilmenau, Teil 3, Altbau

Der Altbau beherbergte einst die Glasrohrzuglinie, eine Mitte/Ende der 80er Jahre aus Japan importierte Fertigungslinie für technische Glasrohre. Damals war sie sicher eine der modernsten der Welt. Die Produktion im Altbau steht nun schon seit vielen Jahren still. Teilweise wurde die riesige Halle als Lager und Garage benutzt.

Jetzt: großes Abstelllager 

Diese Rohre wurden hier u.a. hergestellt:

Rohre aus TGI-Produktion 

Für uns überraschenderweise befindet sich in der Halle aber auch noch große Teile einer ehemaligen Glasanlage, einschließlich der Wannen. Die farbige Kennzeichnung der Rohre verleiht dem Ganzen fast schon dem Charme einer Fisher-Price-Spielwelt.

Reste einer kompletten Glasanlage 

Einige der Sachen muten dabei echt an, wie mitten im Betrieb stehen gelassen und gegangen. Für Lost-Places Fans eine wahre Freude… Unvorstellbar.

wunderbar, bleifreies Glas 😉 

Daneben sieht man aber auch, dass offensichtlich die Spinde schon lange keiner mehr benutzt hat und die Natur sich ihren Raum selbst in einer Halle wieder zurück holt:

Die Natur holt sich irgendwann alles wieder 

Witziges Detail, hier ist echt keiner mehr zu Hause

wirklich keiner mehr da 

Im Obergeschoß gab es auch noch ein paar echte Perlen zu heben. Z.B. das IT Lager mit mehreren MC-80, 8-bit Computer aus dem Beginn der PC-Zeit. Ich hatte den zu Beginn meines Studiums 1986 noch benutzt, obwohl er schon da nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit war. Datenkasetten waren auch noch da, siehe in der Galerie unten.

MC-80, einer meiner ersten Computer an der Uni. 1986 🙂 

Und wie zu besten Basterzeiten, das Elektronik-Ersatzteillager. Da lacht mein Herz.

Elektronik-Ersatzteillager 

Allerdings stimmt die Beschriftung der Fächer nicht mehr so ganz, SZX18/xx waren große Zenerdioden, aber da liegen Leistungstransistoren. Müsste mal wieder aufgeräumt werden.

Noch viele schöne Bilder gibt es in der Galerie. Ich bin aber noch nicht dazu gekommen, alle mit einer erklärenden Bildunterschrift zu versehen. Lasst einfach den optischen Eindruck wirken:

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