Lost Places: Glaswerk Ilmenau, Teil 3, Altbau

Der Altbau beherrbergte einst die Glasrohrzuglinie, eine Mitte/Ende der 80er Jahre aus Japan importierte Fertigungslinie für technische Glasrohre. Damals war sie sicher eine der modernsten der Welt. Die Produktion im Altbau steht nun schon seit vielen Jahren still. Teilweise wurde die riesige Halle als Lager und Garage benutzt.

Jetzt: großes Abstelllager

Jetzt: großes Abstelllager 

Diese Rohre wurden hier u.a. hergestellt:

Rohre aus TGI-Produktion

Rohre aus TGI-Produktion 

Für uns überraschenderweise befindet sich in der Halle aber auch noch große Teile einer ehemaligen Glasanlage, einschließlich der Wannen. Die farbige Kennzeichnung der Rohre verleiht dem Ganzen fast schon dem Charme einer Fisher-Price-Spielwelt.

Reste einer kompletten Glasanlage

Reste einer kompletten Glasanlage 

Einige der Sachen muten dabei echt an, wie mitten im Betrieb stehen gelassen und gegangen. Für Lost-Places Fans eine wahre Freude… Unvorstellbar.

wunderbar, bleifreies Glas ;-)

wunderbar, bleifreies Glas 😉 

Daneben sieht man aber auch, dass offensichtlich die Spinde schon lange keiner mehr benutzt hat und die Natur sich ihren Raum selbst in einer Halle wieder zurück holt:

Die Natur holt sich irgendwann alles wieder

Die Natur holt sich irgendwann alles wieder 

Witziges Detail, hier ist echt keiner mehr zu Hause

wirklich keiner mehr da

wirklich keiner mehr da 

Im Obergeschoß gab es auch noch ein paar echte Perlen zu heben. Z.B. das IT Lager mit mehreren MC-80, 8-bit Computer aus dem Beginn der PC-Zeit. Ich hatte den zu Beginn meines Studiums 1986 noch benutzt, obwohl er schon da nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit war. Datenkasetten waren auch noch da, siehe in der Galerie unten.

MC-80, einer meiner ersten Computer an der Uni. 1986 :-)

MC-80, einer meiner ersten Computer an der Uni. 1986 🙂 

Und wie zu besten Basterzeiten, das Elektronik-Ersatzteillager. Da lacht mein Herz.

Elektronik-Ersatzteillager

Elektronik-Ersatzteillager 

Allerdings stimmt die Beschriftung der Fächer nicht mehr so ganz, SZX18/xx waren große Zenerdioden, aber da liegen Leistungstransistoren. Müsste mal wieder aufgeräumt werden.

Noch viele schöne Bilder gibt es in der Galerie. Ich bin aber noch nicht dazu gekommen, alle mit einer erklärenden Bildunterschrift zu versehen. Lasst einfach den optischen Eindruck wirken:

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3 Antworten zu Lost Places: Glaswerk Ilmenau, Teil 3, Altbau

  1. Max Mustermann sagt:

    Schade um alle Betriebe in unserer Heimat die die Treuhand kaputt gemacht hat. Ein vereinigtes Deutschland haben wir uns damals anders vorgestellt, nun haben wir den Kapitalismus. Ich hoffe nur dieser geht bald unter

    • Ralf sagt:

      Ja, die Treuhand war schon ein besonderes Vorkommnis, das wohl erst in weiterer Zukunft aufgearbeitet werden kann. Die Geschichte schreibt immer der Sieger.
      Mir hat insbesondere beim Blick in den zurückgelasseen Spind das Herz geblutet. Allerdings ist die Zeit der Glashersteller in Europa wohl abgelaufen, wie beispielsweise die der Bekleidungsindustrie, vllt. mit Ausnahme sehr hochtechnischer Erzeugnisse.
      Der Kapitalismus hat sich entgegen der (doch schon recht alten) Marxistischen Lehrmeinung als ziemlich wandlungsfähig erwiesen. Zweifellos ist er nicht die Antwort auf Klimawandel und ausuferndem Ressourcenverbrauch. Aber was kommt danach? Es ist keine Alternative in Sicht.

  2. Bernd Wöhner sagt:

    Werter Her Schueler.
    Ich kenne Sie zwar nicht.Möchte Ihnen aber ebenfalls meine Hilfe bzw. Unterstützung,
    wenn gewünscht ,anbieten.Denn ich arbeitete ebenfalls, wie Herr Griebel mein ganzes
    Leben im WftG-Ilmenau,als Schmelzer.
    Und ich glaube im Laufe der Jahre eine der umfangreichsten Sammlungen an Bildern
    und Videos zusammengetragen zu haben.
    Wie gesagt,gerne, wenn Sie möchten.
    Bernd Wöhner

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