Gibraltar

Den Felsen von Gibraltar kann man bei guter Sicht von unserer Terrasse aus sehen. Aus der Nähe betrachtet, ist das auch ein ganz imposanter Stein.

Es sind noch ca. 40km bis dahin und ist für uns quasi ein Pflichtbesuch. Wie so viele andere kleine Enclaven lebt Gibraltar von Steuervergünstigungen und damit auch preiswerteren Einkaufsmöglichkeiten. Wir wollten nicht so viel einkaufen (auch weil wir ja durch die Fluggepäckgrenze keine Kapazitäten haben…) und so bot sich der Sonntag an, um dem sonst großen Andrang etwas zu entgehen.

Wir fuhren also Sonntag Nachmittag zum Grenzübergang, liesen das Auto vor der Grenze stehen (wegen der angeblichen langen Wartezeit für den Grenzübertritt und den sehr beschränkten Parkmöglichkeiten). Die Grenze ist wirklich noch eine, so richtig mit Passkontrolle und ggf. Zoll. Autos sollen zollmäßig recht gründlich kontrolliert werden, Fußgänger ehr nicht. Wir hatten wie zu erwarten auch keine Probleme (und keine Wartezeit). Auf der anderen Seite steht fast immer ein Bus bereit, der ins Zentrum fährt. Diesen bestiegen wir also und erlebten dann sogleich das nächste Touristenhighlight: Die Schranken gehen zu, weil ein Flugzeug landen muss. Die Zufahrt nach Gibraltar kreuzt die Landebahn des kleinen Flughafens. Platz ist da ja keiner.

Das mit dem Stadtzentrum erwies sich als etwas schwierig. Im Reiseführer steht, dass die Buslinie zwischen der Grenze und einem zentralen Platz pendelt. In Wirklichkeit fährt sie einen Rundkurs mit mehreren Haltestellen und man weiß als Tourist einfach nicht, wo man ist. Einheimische im Bus fragen hilft auch nur begrenzt, weil die sich nicht Vorstellen können, dass man auf den Affenfelsen hochlaufen will (geht gar nicht). Da fährt ne Seilbahn hin und die ist mit diesem Bus angeblich natürlich auch nicht zu erreichen. Wir sind dann nach Bauchgefühl ausgestiegen und durch die Stadt immer Richtung des steilsten Anstiegs gelaufen. Hat funktioniert. Google Maps verlässt einen hier übrigends, weil ich in Gibraltar kein Netz habe (nur spanische Karte, ist aber halt kein Spanien mehr) und sich die Karten von Spanien und Gibraltar auch nicht vorher offline abspeichern lassen, warum auch immer. Ich hatte noch eine offline OpenStreetmap-Navigation drauf, die schon viel geholfen hat, aber nicht ganz so schön ist.

der Gibraltarfelsen ist ja für seine Affen bekannt

der Gibraltarfelsen ist ja für seine Affen bekannt 

Also, wir kamen am Berg an und stiegen heldenhaft hinauf. Als Bergbewohner schafft man das schon. 🙂 Alle Wege sind geteert und man kann sich kaum verlaufen. Ist viel militärisches Sperrgebiet und damit abgeriegelt. Eigentlich wollten wir irgendwelche Weltkriegstunnel besuchen aber die Wold War II Tunnels waren geschlossen und die Grand Siege Tunnels wollten 17,- Eintritt pro Nase haben. Da ist mir das spontan vergangen.

Wir sind dann tapfer am oberen Seilbahnende herausgekommen. Das ist in der Mitte des Felsens ganz oben und man hat eine grandiose Aussicht auf beiden Seiten.

Affen gab es natürlich auch. Die sind auf dem Felsen überall, wo es viele Touristen gibt. Also z.B. bei den Tunneleingängen und an der Seilbahnstation. Unterwegs aber nicht. Füttern ist mit 500,- Pfund Strafe bedroht, was aber die Leute nicht wirklich abhält. Der Renner sind geschälte und gestückelte Mandarinen. Ganze Früchte sind dagegen zu mühsam und fliegen weg. Verwöhntes Volk.

Wir haben kurz überlegt, mit der Seilbahn nach unten zu fahren, aber die Ticketstelle war echt mühsam zu erreichen (mehrere Sackgassen mit unnötig geschlossenen Türen, „gehen sie außen rum“, ich war da ein wenig sauer) und so sind wir spontan wieder nach unten und dann gleich zur Grenze gelaufen. Gibraltar ist entgegen der Auskunft der Einwohner nicht soo groß, dass man die Entfernungen nicht auch laufen könnte. Dennoch stehen am Ende 13km und ein Gipfel auf 400m Höhe zu Buche, was die Beine schon bemerkt haben.

Auf unserer Tour kamen wir durch ganz schön dreckige Ecken in der Stadt, lustig ganz plötzlich abgewechselt mit einem Wohlhabenden-Appartmenthaus und Rolltreppen unter freiem Himmel (eingezäunt und videoüberwacht).

Insgesamt war das ein schöner und erlebnisreicher Sonntag mit stark sportlicher Note.

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