Jerez und Cadiz

Ich mag weiße Soßen mit mit ganz viel Sherry dran. Der Sherry selbst – wird gewöhnlich als Apperitif getrunken – ist nicht so ganz mein Fall. Aber die Stadt aus der aller (?) Sherry kommt, liegt hier in der Gegend: Jerez de la Frontera, allerdings schon auf der Atlantikseite. Da gibt es mehrere große Bodegas (Weingüter) und eine große in der Stadtmitte bietet auch Führungen auf deutsch an. Also, gelesen, gebucht, hingefahren (auch so 1.5h Fahrzeit).

In Jerez hat uns das Navi reinwärts quer durch enge Gassen der Altstadt geschickt (uff). Das war wohl die eingebaute Sightseeing-Tour, denn rauswärts haben wir vom angegebenen Ziel (Parkhaus neben der unserer Bodega in der Altstadt) sofort eine große Straße gehabt. Parken ging dann in der Tiefgarage problemlos, wenn auch für 5,- nicht sooo preiswert. Aber den Münzparkautomaten am Straßenrand konnte ich jedenfalls nicht bedienen (braucht wohl genau passend das Kleingeld in einem sehr unrunden Betrag, auch mehr einwerfen als er haben will, geht offensichtlich nicht).

Die Führungen in der Bodega waren generalsstabsmäßig organisiert. Das ist wohl ein wesentlicher Unternehmenszweig. In der deutschen Führung waren wir vllt. 10 Mann, aber die englische Führung vor und nach uns war mit vielleicht 50 Mann mehr als voll besetzt. Informativ war es alle mal. Sherry hat einen besonderen Herstellungsweg (das erspar ich mir jetzt) und gebrannt wird er offensichtlich auch gern. Am Lagerkeller der Brennerei gibts dann auch den gleichen schwarzen, von den Alkoholdämpfen lebenden, Schimmel wie in Cognac.

Zum Schluß durften wir noch zwei ganz unterschiedliche Sorten verkosten. Resume: Kann man drinken, mus man aber nicht und an der Soße ist Sherry halt doch am Besten.

Die Altstadt von Jerez ist recht nett und groß, aber auch mit Bausünden voll (Wohnblocks direkt neben alten Häusern). Insgesamt ist Jerez auf jeden Fall eine Reise Wert.

Da wir schonmal an der Atlantikseite waren, wollten wir auf der Rückfahrt spontan Cadiz anschauen. Cadiz liegt auf einer Landzunge im Meer und wird praktisch von 3 Seiten vom Wasser eingeschlossen. Wir mögen alte Städte, aber letztlich war Cadiz dann aber eine ziemliche Enttäuschung. Die Altstadt ist voll von Bausünden (also Plattenbaublocks) und bis auf die eine Kneipengasse auch ansonsten nicht wirklich schön. Na ja, wer mal San Malo (ähnliche Meereslage) erlebt hat ist sowieso schwerer zu beeindrucken, aber ich kann Cadiz war den Abstecher nicht wert.

Update

Ich hab aus der Bodega eine ganz kleine Kostprobe des Brandy („Lepanto“) mitgebracht und gerade geköpft. Der ist echt genial, sehr weich, rund im Geschmack, ganz fantastisch. Also, neben Soßen kann man auch gute Brands aus Sherry machen. Bin geplättet.

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