Das Ende indianischer Kunst

Es gibt so Sachen, da kann man gleichzeitig heulen und lachen.

Also, im Monument Valley haben wir eine Vase eines „indianischen Künstlers“ (Navajo) gekauft, in einem von Indianern betriebenen Shop zum sagenhaften Sonderpreis von ca. 50$. Die Vase hat uns gefallen und man gibts den Indiandern ja gern. Der Preis ist wohl irgendwie realistisch, zumindest gibt es z.B. hier etwas ganz ähnliches für in etwa den gleichen Preis (ohne Sonderangebot).

Jedenfalls nichts schlechtes ahnend wurde diese Vase mit Tulpen und den dazugehörigen Wasser befüllt und ins Wohnzimmer gestellt. Eine halbe Stunde später komme ich dann nochmal ins Wohnzimmer und brauche einige Sekunden der Desorientierung, um die Lage zu erfassen: Der Couchtisch, das Parkett darunter, der Teppich und die Couch daneben waren mit feinem dunkelrotbraunen Schlamm bedeckt. ?? Der Blick hinter den Couchtisch bringt die Klärung.

 Der Hals der Vase hat sich noch nicht aufgelöst.

Der Hals der Vase hat sich noch nicht aufgelöst. 

Von der Vase war nur noch der Hals übrig, der Rest hat sich einfach so aufgelöst und mit dem Tulpenwasser diesen netten schmierigen roten Schlamm gebildet.

Die Vase löst sich in rotbraunen Schlamm auf

Die Vase löst sich in rotbraunen Schlamm auf 

Wir haben also eine halbe Stunde lang geputzt, um die Schäden zu beseitigen. Der Schlamm hat aber nicht gefärbt und die Rotfärbung ging wieder heraus. Die Waschmaschine hat sogar die weiße Tischdecke wieder weiß bekommen.

Was lernen wir daraus?

  • Es gibt Sachen, die sind anders als sie aussehen. Auch Tonglasuren kann man irgendwie perfekt immitieren.
  • Auch wenn die Menschheit seit mindestens 30.000 Jahren das Brennen von Tongefäßen beherrscht, muss das noch lange nicht bei Indianern angekommen sein.
  • Es gibt Vasen, die nicht für Wasser vorgesehen sind. Aha.

Ohne jetzt ungerecht werden zu wollen, vllt. gibt es kulturelle Gründe, nicht gebrannte „Vasen“ zu machen und zu verkaufen. Aber irgendwie passt dieses Erlebnis zum Rest der Erfahrung mit Indianern. Die USA erscheint sonst ehr sauber und die von hier bekannte „McDonnalds“-Spur haben wir dort nirgends gesehen. Nur die Indianergebiete erkennt man aus dem Auto daran, dass plötzlich unheimlich viel Müll an der Straße liegt, darunter Plasteverpackungen, deren Verwitterungsstand auf eine mehrjährige Ablagerungsdauer im Straßengraben hindeutet.

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