„Wir sind die Urheber“

Ich muss hier nochmal an meinem letzten Artikel anknüpfen.

Dieser Tage erschien eine ziemlich dumpfe Aktion deutscher Autoren für das Beibehalten bzw. Verschärfen des Copyrights: „Wir sind die Urheber“. Diese Aktion reiht sich in einer Reihe bildzeitungsniveaumäßiger Meinungsmache ein (siehe auch hier), die stark danach riecht, von einem aus der Verwerterbranche initiiert und vorgeschrieben worden zu sein.

Wie auch immer, das wurde schon im Law-Blog (übrigends, generell sehr empfehlenswert, da immer mal zu lesen) und hier aufgearbeitet und zerrissen.

In diesem Zusammenhang möchte ich nochmal dazu aufrufen, die beiden Artikel aus meinem letzten Blogeintrag zu lesen:

Wem nutzt das Urheberrecht?

Eine Flut technisch-wissenschaftlicher Spezialliteratur

Da ergibt sich auch gleich noch ein weiterer Aspekt aus dem Autoren-Aufruf: Die Unterzeichner gehören meist zur sehr gut verdienenden Zunft der Bestseller-Autoren. Wenn man der Analyse der oben verlinkten Artikel folgt, würden diese ohne Copyright wirklich weniger Geld bekommen. Aber mit Sicherheit immer noch so viel, dass sie davon gut leben könnten. Dafür würden aber andere Autoren, die beispielsweise für Nischenthemen schreiben, oder generell (noch) nicht so berühmt sind, auch von ihrer Arbeit leben können.

Die Artikel zeigen nämlich auf, dass im historischen Vergleich das Copyright nicht dazu geführt hat, dass die Autoren insgesamt weniger verdient hätten, sondern, dass statt wenigen topverdienenden Bestsellerautoren eine große Menge Normalverdiener von der Buchschreiberei leben kann. Der Grund ist, dass es ohne striktem Copyrightschutz einen beständigen Druck nach neuem Stoff gibt, da nur mit neuer Ware Geld verdient werden kann (das andere wird eh kopiert). Ein striktes Copyright führt dagegen dazu, dass risikolose Veröffentlichungen bis ins letzte ausgelutscht werden können, was müheloserem Provit garantiert, als mit neuen Autoren bzw. Titeln.

Was wenigen nützt ist manchmal eben kontraproduktiv und schadet der Gesellschaft als Ganzem.

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