Gegensprechanlage für Radfahrer

Wir machen gerne mal eine Radtour, vorwiegend zu zweit. Während man aber beim Wandern seelenruhig in der Natur miteinander schwatzen kann, ist das beim Radeln nicht ganz so einfach. Gern fährt man da nebeneinander, aber das geht selten stressfrei. Die Radwege sind da in der Regel zu schmal für derartigen Begegnungsverkehr und auf der Straße geht das sowieso nicht.

Was liegt näher, als eine elektronische Schwatzhilfe? Schon eine kurze Suche im Netz zeigt, für Motorradfahrer gibt es eine große Auswahl an Bluetooth-gestützten Gegensprechanlagen. „Gegensprech“, weil man nicht zwischen Sprechen und Hören umschalten muss, sondern gleichzeitig reden kann und immer den Partner hört. Bluetooth ist auch nahe liegend, weil das ein passendes standardisiertes Funkverfahren für Kurzstrecken ist und es viele und deswegen preiswerte Module seitens der Elektronikhersteller gibt.

Aber auch eine längere Suche im Netz zeigt nur eine magere bis keine Ausbeute, was für Radfahrer geeignet erscheint. Die Motorrad-Anlagen haben alle Headsets, die in einen geschlossenen Helm eingebaut werden müssen. Das funktioniert bei Radlern nicht, auch nicht wenn man einen Helm trägt, weil dieser schonmal nicht die Ohren umschließt. Lösungen, wie Telefonfreisprechanlagen und Flatrate mit dem Handy, sind auch nicht das Wahre. Bei den einfachen Headsets kommt der Fahrtwind einfach zu stark durch und halten tun diese auch nicht so zuverlässig. Zudem wäre das Handy durch das stundenlange Gespräch während der Fahrt blockiert.

Also, entweder sind meine Ansprüche zu exotisch, oder die Industrie hat hier wirklich eine Marktlücke verschlafen.

Nun, eine längere Suche hat dann im Mutterland der preiswerten Elektronik etwas passendes gefunden, das VNetphone V4C. Es gibt diese Motorrad-Gegensprechanlagen auch mit anderen Headsets, die vorwiegend für Schieds- und deren Linienrichter beworben werden. Man muss hier nach „Referee Headset“ oder „Soccer Intercom“ suchen.

Optisch nicht zu auffällig. aber manche Passanten schauen doch etwas verwundert 😉

Also mal ein Paar bestellt (gearbest.com). Mit 70,- pro Stück ist das nicht so preiswert, aber die Motorrad-Dinger kosten auch soviel; in Deutschland gerne signifikant mehr. Ersatz-Headsets gibt es auch, die kosten so zwischen 15 und 25 ,-. Wer nicht so teure Sachen aus Asien ordern will, kann auch nur die Headsets dort kaufen und hier eine entsprechende Motorrad-Gegensprechanlage anschaffen. Das senkt zwar das Risiko (auch wegen des Rückgaberechts!!), aber erfordert einen entsprechenden Preisaufschlag.

Das V4C am Hosenbund

Wir sind jetzt zwei kleinere, aber dennoch mehrstündige Touren mit den Dingern gefahren und sind sehr zufrieden. Die Headsets sind sehr leicht und halten am Ohr. Die Verständigung ist gut und unaufdringlich. Man kann den Kanal ständig offen lassen, auch das stört nicht. Die Reichweite ist je nach Gelände mehrere 100m. Nach 3.5h war nach USB-Ladeanzeige etwa die Hälfte des Akkus alle. Man kann also durch aus von den beworbenen 5-6h andauernder Gesprächszeit ausgehen.

Die Kopplung mit einer zweiten 2er-Gruppe (also wenn man mit 4 Leuten unterwegs ist) und mit dem Handy zum gleichzeitigen telefonieren, soll möglich sein, wir haben das aber noch nicht probiert.

Das originale Headset: recht filigran, aber es funktioniert.

Eines der Headsets hatte einen Wackelkontakt, der sich mit einem Klebeband am Stecker bis jetzt flicken ließ. Eine Reklamation ist zwar erfahrungsgemäß auch in Asien möglich, der Aufwand war mir aber zu hoch. Da diese Teile recht filigran erscheinen und wohl doch zum Verbrauchsmaterial tendieren, habe ich noch zwei nachbestellt. (14,- / Stck) Die neuen sind in allem stabiler, aber dadurch sicher auch ein klein wenig schwerer. Wir haben sie noch nicht ausprobiert.

Die neuere und stabilere Variante des Headsets

Zusammenfassend: Super Anschaffung. Lohnt sich. Will nie mehr ohne eine Tour machen.

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