{"id":302,"date":"2011-07-19T21:02:12","date_gmt":"2011-07-19T20:02:12","guid":{"rendered":"http:\/\/schueler.ws\/?p=302"},"modified":"2011-07-26T18:23:56","modified_gmt":"2011-07-26T17:23:56","slug":"grenzlandwanderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schueler.ws\/en\/grenzlandwanderung\/","title":{"rendered":"(Deutsch) Grenzlandwanderung"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/schueler.ws\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/302\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>.<\/p><p>Heute habe ich mal ein ganz anderes Thema. Ich pflege zuweilen eine &#8220;merkw\u00fcrdige Art des Tourismus&#8221;, die statt auf konventionelle Sehensw\u00fcrdigkeiten auf historisch &#8211; auch in sehr j\u00fcngster Vergangenheit &#8211; bedeutsame Orte abzielt. <\/p>\n<p>Ich bin im deutsch-deutschen Grenzland aufgewachsen. Mein Heimatort lag unmittelbar vor dem Grenzstreifen und man durfte den Ort nicht nach S\u00fcden und S\u00fcdosten hin verlassen. Nicht weit hinter der Ortsgrenze standen die gelben Sperrschilder und Nichtbeachtung f\u00fchrte schon mit recht hoher Wahrscheinlichkeit zu irgendwelchem \u00c4rger. Nun, der Mensch gew\u00f6hnt sich an alles und so war das f\u00fcr mich als Kind Normalit\u00e4t und eigentlich nicht so sehr belastend. (Wann haben sie beispielsweise das letzte Mal die W\u00e4lder oder die Wiesen s\u00fcdlich ihres Wohnortes betreten? ). Beim Fall der Grenze war ich schon l\u00e4ngst studieren und kaum noch zu Hause. So kam es, dass ich bestimmte Gegenden um mein Heimatdorf herum \u00fcberhaupt nicht kenne, obwohl die Gegend wirklich wundersch\u00f6n ist.<\/p>\n<p>Pfingsten war es also nun soweit und ein Teil des terra incognita wollte 20 Jahre nach Fall der Grenze von mir erwandert werden.  Genauer geht es hier um die Gegend s\u00fcdlich von Effelder (<a href=\"http:\/\/www.effelder-rauenstein.de\/\">Gemeinde Effelder-Rauenstein<\/a> im <a href=\"http:\/\/www.schaumberger-land.de\/\">Schaumberger Land<\/a>, <a href=\"http:\/\/maps.google.de\/maps?hl=de&#038;pq=effelder+%22krummer+stein%22+geschichte&#038;xhr=t&#038;q=effelder-rauenstein&#038;cp=9&#038;newwindow=1&#038;safe=off&#038;client=firefox-a&#038;rls=org.mozilla:de:official&#038;biw=1280&#038;bih=837&#038;bav=on.2,or.r_gc.r_pw.&#038;um=1&#038;ie=UTF-8&#038;hq=&#038;hnear=0x47a3db5a8e4b4a67:0x4208ec174357bf0,Effelder-Rauenstein&#038;gl=de&#038;ei=9-AlTuuuGYXIsgai6czLCQ&#038;sa=X&#038;oi=geocode_result&#038;ct=title&#038;resnum=4&#038;sqi=2&#038;ved=0CDcQ8gEwAw\">auf Google Maps<\/a>)<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder<p><em><font size=-1>Effelder von Osten mit ICE-Br\u00fccke im Hintergrund<\/font><\/em>&nbsp;<br><\/p>\n<p>Hier ging es los. Das Bild zeigt den Blick auf Effelder von Osten aus, ca, 200m nach den ehemaligen Sperrschildern. Im Hintergrund sieht man die neue ICE-Br\u00fccke bei Gr\u00fcmpen, von den Einheimischen auch <em>Soda<\/em>-Br\u00fccke genannt, weil sie einfach nur <em>so da<\/em> steht. (von der Anbindung nach links und rechts war lange nichts zu sehen und man wusste nicht, ob irgendwann der Bau der Bahnstrecke weiter geht)<\/p>\n<p>Mit der Strecke will ich hier niemandem langweilen, aber sehr empfehlenswert finde ich den <a href=\"http:\/\/www.lkson.de\/gbw\/mengersreuth-haemmern-generalsblick.html\">Grenzwanderweg<\/a>, auf dem wir irgendwann einschwenkten. Der Grenzwanderweg geht entlang des ehemaligen Kolonnenwegs, genauer entlang des grenzseitigen Wegs. Der Kolonnenweg ist ein mit Rasengittersteinen befestigter Weg, auf dem die Grenztruppen den Grenzstreifen befahren haben. Da der Grenzstreifen zwischen hundert und oft zwei Kilometer breit war, gab es meist zwei dieser Kolonnenwege, einen grenzseitigen und einen innenlandseitigen. Zu DDR-Zeiten war der Grenzstreifen nat\u00fcrlich so m\u00f6glich frei von Bewuchs. Jetzt, 20 Jahre sp\u00e4ter, ist der Wald schon ordentlich gro\u00df. Zur Wanderers Freud sind aber die Kolonnenwege frei gehalten worden.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_1_placeholder<p><em><font size=-1>Ehemaliger Kolonnenweg an der Innenseite der Grenze<\/font><\/em>&nbsp;<br><\/p>  ngg_shortcode_2_placeholder<p><em><font size=-1>Ehemaliger Kolonnenweg direkt neben der Grenzlinie (Grenzwanderweg)<\/font><\/em>&nbsp;<br><\/p><\/p>\n<p>Ein touristisches Highlight in diesem Grenzabschnitt ist zweifelsfrei der Generalsblick. Das ist eine etwas ausgebaute Aussichtsstelle, an der Politprominenz (von DDR-Pers\u00f6nlichkeiten bis zu diversen Sowjet- und anderen ausl\u00e4ndischen Gener\u00e4len) die DDR-Grenze gezeigt wurde. Man hat hier auch einen guten Blick in den &#8220;Westen&#8221;, also nach Neustadt\/Cbg. Der Name entstammt \u00fcbrigens dem Soldatenjargon und wurde erst nach der Wende offiziell \u00fcbernommen. Leider ist der Ausblick heute nicht mehr generalsm\u00e4\u00dfig, da die <a href=\"http:\/\/www.panoramio.com\/photo\/10142725\">Blick inzwischen von B\u00e4umen weitgehend zugewachsen ist<\/a>. Hier vergibt man sich touristisch extrem viel, aber zum Tourismusangebot noch sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Der Grenzwanderweg westw\u00e4rts f\u00fchrt durch steile H\u00e4nge und tiefe Schluchten. Sehr impossante und sch\u00f6ne Gegend!! Fr\u00fcher hat man auf der Disko immer die M\u00e4hr erz\u00e4hlt, dass man im Winter auf Skiern einfach so \u00fcber die Grenze fahren kann, wenn man die zugewehten Senken kennen w\u00fcrde. Na, jetzt wei\u00df ich, wo das war \ud83d\ude42<\/p>\nngg_shortcode_3_placeholder<p><em><font size=-1>Reste der Grenzanlage<\/font><\/em>&nbsp;<br><\/p>\n<p>In diesem Bild sieht man noch einen Rest der Grenzanlage. Im Allgemeinen ist aber au\u00dfer den Kolonnenwegen und der durchweg j\u00fcngeren Vegetation kaum noch was zu bemerken. Der Unrat vor dem Zaunsst\u00e4nder ist \u00fcbrigends ein umgefallener J\u00e4gerhochstand. Die Hochst\u00e4nde gibt es entlang des Weges jetzt in Unmengen.<\/p>\nngg_shortcode_4_placeholder<p><em><font size=-1>Das ist der &quot;ber\u00fchmte&quot; Krumme Stein, uralte Grenzmarkierung<\/font><\/em>&nbsp;<br><\/p>\n<p>Ein weiterer kleiner touristisch sehenswerter Punkt ist der Krumme Stein an der Verbindungsstra\u00dfe zwischen Effelder und Meilschnitz, die der Grenzlandweg hier schneidet. Der Krumme Stein war schon seit Ewigkeiten (Urkundlich erw\u00e4hnt seit 1378, irgend eine Grenze ging wohl hier schon immer lang \ud83d\ude09 ) eine Grenzmarkierung und im Dorf auch in den Jahrzehnten der Grenze (als die nachwachsende Generation diese Stelle nicht mehr kennen konnte) noch ein fester Begriff. Von Meilschnitzer Seite her endete hier vor der Wende der damals bestehende Wanderweg.<\/p>\nngg_shortcode_5_placeholder<p><em><font size=-1>Blick vom Krummen Stein Richtung Generalsblick<\/font><\/em>&nbsp;<br><\/p>\n<p>Vom Krummen Stein aus hat man einen sehr sch\u00f6nen Ausblick Richtung Generalsblick. Anhand der Baumspur erkennt man den Verlauf der Grenze (also des Grenzwanderwegs). Die sehr steilen Berge hier haben die Grenzbauer sicher vor gewissen Anforderungen gestellt \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Bei der Wanderung ist mir aufgefallen, dass sehr viele Radwege ausgeschildert sind. Auch der mit Rasengittersteinen sehr l\u00f6chrig befestigte ehemalige Kolonnenweg, der heutige Grenzwanderweg. Ich fahr selbst gern und oft Rad und w\u00fcrde wirklich keinen dieser Wege l\u00e4nger fahren wollen. Es muss ja nicht alles asphaltiert sein und manchmal zwischendurch schieben ist auch OK, aber irgendwie muss der Weg prinzipiell befahrbar sein, ohne dass man sich h\u00f6llisch konzentrieren muss. Und wenn man eine Route plant geht man auch davon aus, dass man auf einem ausgewiesenem Radweg auch einigermassen voran kommt. Was man sich hier gedacht wohl hat? Irgendwie komm ich mit dem Tourismuskonzept wohl nicht so ganz klar. BTW. vom bayrischen Anschlu\u00dfgebiet sind GPS-Wanderkarten zu bekommen, von der Region Effelder-Schalkau gelang mir das nicht. Passt auch irgendwie ins Bild.<\/p>\n<p>Zum Abschlu\u00df aber noch ein Bild vom S\u00fcden gen Effelder und ein kleines geologisches Schmankerl. <\/p>\nngg_shortcode_6_placeholder<p><em><font size=-1>H\u00fcgelreihe nahezu gleich gro\u00dfer Berge<\/font><\/em>&nbsp;<br><\/p>\n<p>Die Bergkette n\u00f6rdlicherseits liegt auf der sogenannten Schalkauer Platte und besteht aus mehreren nahezu identisch gro\u00dfen Bergen (orange Linie im Bild). Zudem liegt Effelder auf einer Trennlinie, im S\u00fcden Bundsandstein, im Norden kalkhaltige Erde. So gibt es n\u00f6rdlich und s\u00fcdlich vom Dorf auch eine ganz unterschiedliche Flora.<\/p>\n<p>Was will ich aber eigentlich mit diesem Artikel sagen:<\/p>\n<ul>\n<li> Das Schaumberger Land, also die Gegend um Effelder-Rauenstein und Schalkau, zwischen dem Coburger Land und dem Th\u00fcringer Wald ist sehr reizvoll und auf jeden Fall einen Besuch Wert. Der Grenzwanderweg ist eigentlich ein Muss.<\/li>\n<li> Um die touristischen Highlights muss man sich etwas k\u00fcmmern, aber da schlummern echte Perlen (zumindest, wenn man meinen Hang zu historisch ausgefallenen Stellen teilt). Es gibt da nat\u00fcrlich noch viel mehr, als ich hier angerissen habe.<\/li>\n<li> Das Tourismuskonzept finde ich auf den ersten Blick, vorsichtig ausgedr\u00fcckt, etwas eigenartig und wohl etwas von Geldmangel gepr\u00e4gt. Auf jeden Fall w\u00e4re noch sehr viel herauszuholen. Aber das ist nat\u00fcrlich ein ganz subjektiver Eindruck eines fl\u00fcchtigen Besuches.<\/li>\n<p> <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sorry, this entry is only available in Deutsch.Heute habe ich mal ein ganz anderes Thema. 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