{"id":1081,"date":"2014-04-09T18:47:00","date_gmt":"2014-04-09T17:47:00","guid":{"rendered":"http:\/\/schueler.ws\/?p=1081"},"modified":"2026-01-26T01:00:04","modified_gmt":"2026-01-26T00:00:04","slug":"autofahren-in-den-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schueler.ws\/en\/autofahren-in-den-usa\/","title":{"rendered":"(Deutsch) Autofahren in den USA &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; bzw in den Weststaaten der USA und wieder in Deutschland. Wie ich vorhin aus dem K\u00fcchenfenster schaue, will gerade ein kleiner Steppke mit seinem Fahrrad an der Einm\u00fcndung \u00fcber unsere Stra\u00dfe. Er sieht wohl ein Auto und bleibt in der Mitte der Stra\u00dfe stehen. Das Auto kommt schneller als es eigentlich der Stra\u00dfenzustand erlaubt, f\u00e4hrt ohne anzuhalten am Steppke vorbei und biegt links ab. Hatte ja Vorfahrt, der Knirps kam von links. Von rechts (echt besch&#8230; einsehbar) kam gestern auch nichts. Warum ich das hier schreibe? Noch die Verh\u00e4ltnisse in der 7 Mio. Einwohner starken Bay-Area (San Franzisco bis San Jose) gewohnt, hat mich die Szene doch etwas aufgeregt. In diesem Autofahrer dominierten Teil der Welt sind Fu\u00dfg\u00e4nger und Radfahrer quasi heilig und Kinder sowieso.  <a href=\"https:\/\/justicia4migrantworkers.org\/profile\/chap223\" target=\"_blank\">anal chap223<\/a> Wenn jemand angefahren wird, kommt das gleich im Fr\u00fchst\u00fccksfernsehen und diverse B\u00fcrgermeister br\u00fcsten sich gleich damit, was sie doch neuerdings f\u00fcr die Sicherheit der Kinder\/Fu\u00dfg\u00e4nger\/Radfahrer tun. Man f\u00e4hrt sehr konservativ und an einem <em>auf<\/em> der Stra\u00dfe stehendem Kind vorbeizufahren ist echt undenkbar. <\/p>\n<p>Wir sind bei unseren reichlich 3 w\u00f6chigen Aufenthalt \u00fcber 7000km gefahren und haben einige Verkehrserfahrung gesammelt. Generell f\u00e4hrt es sich aus meiner Sicht deutlich entspannter als in Deutschland, und das, obwohl die Bay-Area eine nicht endende Gro\u00dfstadt ist und obwohl einige Verkehrsregeln f\u00fcr einen Deutschen doch recht befremdlich anmuten. <\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder<p><em><font size=-1>so leer sind die Stra\u00dfen leider nicht \u00fcberall<\/font><\/em>&nbsp;<br><\/p>\n<p>Die Stra\u00dfen sind irgendwie breiter und man f\u00e4hrt eben ehr konservativ und r\u00fccksichtsvoller als hier. Daf\u00fcr gibt es kein Rechtsfahrgebot und man \u00fcberholt auf den mehrspurigen bzw. zuweilen echt vielspurigen Fahrbahnen rechts wie links und wechselt die Fahrspur in den Sicherheitsabstand hinein wie es gerade passt. Wenn man aber mal bei Bedarf das Gas weg nimmt und den in die Spur wechselnden herein l\u00e4sst, ist alles dennoch entspannt. Nur der Schulterblick ist echt sowas von notwendig! <\/p>\nngg_shortcode_1_placeholder\n<p>Im Prinzip f\u00e4hrt man ruhig, wenn man einfach stoisch seine Fahrspur beibeh\u00e4lt. Das gelingt aber nicht ewig, denn irgendwann wartet die &#8220;right lane must turn right&#8221; Falle. D.h. man erf\u00e4hrt 50m vor der Kreuzung dass die rechte Fahrspur nur rechts herum geht. Nach der Kreuzung sind dann alle Fahrspuren um eins nach rechts verschoben. Das sorgt f\u00fcr etwas Bewegung zwischen den Spuren. Aber man ist eben h\u00f6flich und l\u00e4sst her\u00fcberwechseln und wird auch selbst gut in eine volle Fahrspur hineingelassen. Der amerikanische Verkehrsklassiker schlechthin ist der 4-way-stop, also eine Kreuzung, an der alle Stra\u00dfen ein Stopschild haben. Es f\u00e4hrt der zuerst, der zuerst an der Sperrlinie angehalten hatte.  F\u00fcr den Deutschen ist das schonmal unm\u00f6glich, weil zu weich geregelt. In der Praxis muss man eben sehr aufmerksam den Verkehr an der Kreuzung beobachten und im Zweifel zaghaft anfahren. Richtig verr\u00fcckt wird das erst, wenn nicht alle ein Stopschild haben, sondern eine Stra\u00dfe durch geht. Manchmal steht das (im Klartext) am Stopschild oder ist zumindest durch Sperrlinien ersichtlich, manchmal auch nicht. Da muss man noch vorsichtiger sein, weil man nicht darauf bauen kann, dass der andere Verkehr auch anh\u00e4lt. Im Zweifel wei\u00df man das eben nie. Nebenbei, auch bei dieser Stopvariante mit Durchgangsverkehr gilt: Wer zuerst anh\u00e4lt, f\u00e4hrt zuerst wieder los. Der Linksabbieger gegen\u00fcber f\u00e4hrt dann eben zuerst, auch wenn man selbst gerade aus will&#8230; <\/p>\nngg_shortcode_2_placeholder\n<p>Ich hatte \u00fcber ADAC\/Hertz einen Midsize-SUV also einen Mittelklasse Gel\u00e4ndewagen mit dem Modellbeispiel Toyota RAV-4 angemietet. Bekommen habe ich einen Chevrolet Equinox in einer mittleren Ausstattungsklasse. Ja, so einen auf den die gegenw\u00e4rtige medienstarke R\u00fcckrufaktion vom GM auch zutreffen sollte. Eigentlich habe ich gegen\u00fcber amerikanische Autos ganz sch\u00f6ne Vorurteile, aber insgesamt war ich doch sehr positiv \u00fcberrascht. Das Teil fuhr sich echt gut, war leise, bequem und ausreichend gro\u00df ;-). Lediglich die Automatik verleitet trotz 182 PS nicht zu z\u00fcgigen Fahrman\u00f6vern. Da dort fast alle Automatik fahren, ist der durchweg konservative Fahrstil eigentlich auch gar nicht anders m\u00f6glich \ud83d\ude09 So sch\u00f6n das Auto gefahren ist, gibt es doch dann wieder so typische amerikanische Macken wie eine Gep\u00e4ckraumabdeckung, die einfach eingeklemmt wird und bei einem Unfall unm\u00f6glich halten kann. <\/p>\nngg_shortcode_3_placeholder\n<p>Auch sch\u00f6n: Nach einer Notbremsung in Las Vegas (da wollte einer im letzten Moment doch nicht abfahren und hat vor mir wieder r\u00fcbergezogen), also nach dieser Notbremsung war die Fahrersitzheizung pl\u00f6tzlich auf Volldampf, echt ein wahrhaft hei\u00dfer Hintern. Da war wohl ein Tippschalter zu leichtg\u00e4ngig. Der Chevy hat \u00fcbrigends so zwischen 8,5 und 10l\/100km verbraucht, wobei man da nat\u00fcrlich auch lange Strecken sehr verbrauchsg\u00fcnstig f\u00e4hrt. Mit einem realen Verbrauch in den Th\u00fcringer Bergen hat das dann doch nichts zu tun. Lt. Internet Preisliste kostet das Teil in unserer Ausstattung um die 29.000$, was f\u00fcr amerikanische Verh\u00e4ltnisse recht stolz ist. In Europa wird der Typ nicht angeboten (aber 3 andere SUVs von Chevrolet, verstehe das, wer will). Kurzum, sollte ich wieder mal einen Mietwagen da ben\u00f6tigen, w\u00fcrde ich den sehr gerne wieder nehmen. <\/p>\nngg_shortcode_4_placeholder\n<p>Aber zur\u00fcck zu amerikanischen Stra\u00dfenverh\u00e4ltnissen. Seit einigen Jahren ist die lahme Maximalgeschwindigkeit von 55 Mph in den meisten Bundesstaaten obsolet. In Kaliforniern sind meist 65 mph (= reale 100-110 km\/h) auf den Highways erlaubt, unabh\u00e4ngig ob die nun landstra\u00dfenm\u00e4\u00dfig oder autobahnm\u00e4\u00dfig ausgebaut sind. In Nevada ist auf den autobahnm\u00e4\u00dfig ausgebauten Strecken (Freeways) in der Regel 75 mph (=reale 130 km\/h) erlaubt. Mit den erlaubten (fast) 130 kommt man eigentlich super voran und da alle gleich schnell fahren ist das auch einigerma\u00dfen entspannt. Schon die erlaubten 130km\/h in Frankreich und die daraus resultierende stressfreiere Fahrt geben einen zu denken. Nach den Erfahrungen in den USA bin ich jetzt vollends f\u00fcr eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen. Nicht gerade das von den Gr\u00fcnen geforderte 120, aber 130 oder 140 km\/h w\u00e4ren angebracht und w\u00fcrden die Fahrerei deutlich einfacher und sicherer machen. Es ist mal ganz gut zu erleben, dass man so eingeschliffene Sachen wie Verkehrsregeln auch ganz anders machen kann und die Welt sich trotzdem ganz gut weiter dreht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; bzw in den Weststaaten der USA und wieder in Deutschland. Wie ich vorhin aus dem K\u00fcchenfenster schaue, will gerade ein kleiner Steppke mit seinem Fahrrad an der Einm\u00fcndung \u00fcber unsere Stra\u00dfe. 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